Lore von ABBY im Interview

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Music was our first love. Könnte man sagen. Obwohl – nee, ist so. Musik ist unsere Leidenschaft, sie war es schon immer. Unser Leben ohne Musik wäre wie Yin ohne Yang, Herold ohne Maude oder silver spoons ohne fairy tales. Unser privates wie auch berufliches Leben wird seit langer Zeit, wenn nicht schon seit immer, begleitet von Musikern und Bands. Eine Band, mit der wir uns gern & besonders beschäftigen, sind vier kreativ Geniale wie musikalische Visionäre. Für uns sind sie die Musketiere der elektronischen Rockmusik. ABBY, aus Berlin. Vor einigen Jahren haben wir uns durch eine Endorsement-Kooperative mit dem Designerlabel thom/krom kennengelernt. Inzwischen kreuzen sich unsere Spuren auch im privaten Sektor. Viel zu selten zwar. Aber jedesmal ist’s schön. Vor wenigen Tagen erst hatten wir das Vergnügen und konnten Lore mal so richtig zur Rede stellen. 

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ss&ft: Hi Lore. Toll, dass es noch geklappt hat mit uns in diesem Jahr.
 
Lore: Freut mich auch, mein Lieber.
 
 ss&ft: Wir befinden uns im ABBY-Jahr…
 
Lore: …7 oder 8? Ich bin mir nicht sicher, um ehrlich zu sein. Peinlich. In jedem Fall haben wir uns vor einigen Jahren in Mannheim kennengelernt.
 
ss&ft: Du bist wie Tilly, Henne und Filou aber schon seit einiger Zeit Wahlberliner. Seid Ihr gemeinsam der Musik wegen dort hingezogen? 
 
Lore: Naja ich sag mal auch. Für uns ist die Stadt eine neue Heimat geworden. Hier haben wir unser Studio, hier fühlen wir uns aufgehoben. Hier haben wir die Möglichkeit das Leben zu leben, das wir möchten. 
 
ss&ft: Filou hat in einem Interview gesagt, Ihr hättet versucht, Berlin aufzufressen. Ein hochgestecktes Ziel, oder? Wir haben ohnehin vielmehr das Gefühl, Ihr rollt die Sahnetorte, zumindest musikalisch gesehen, von hinten auf und erobert die Welt allmählich auf ABBY-Art. Wie lautet Eure Mission, gibt es einen Plan A?
 

Berlin aufzufressen ist nicht möglich

Lore: Berlin aufzufressen ist nicht möglich. Das ist uns allen klar. Wir haben uns hier allerdings viele Jahre so sehr in die Stadt gestürzt, dass man vielleicht hätte meinen können, wir hätten es versucht. Ich denke, unser Plan ist der selbe geblieben über die Jahre. Wir versuchen uns Jahr für Jahr weiterzuentwickeln. Musik zu machen, die uns allen entspricht, wie Musik die von unseren Hörern gemocht wird. Wir haben sehr viele Einflüsse, verstecken uns hinter vielen Projekten, Plan A ist wohl am ehesten durchweg interessante Musik zu machen.
 
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ss&ft: Euer zweites Werk Hexagon, das im August 2015 erschien, ist für uns kaum in Worte zu fassen und ordnet sich ein im Regal der ganz Großen. In Schubladen passt Ihr ja nicht… Wie beschreibst Du selbst das neue Album in ein, zwei Sätzen?

Für uns ist diese Platte die wirkliche erste ABBY-Platte.

 
Lore: Hexagon verliert sich in viele Richtungen und klingt dennoch nach einem zusammenhängenden Album, was uns sehr wichtig war. Für uns ist diese Platte die wirkliche erste ABBY-Platte.
 
ss&ft: Es wird schwer gemunkelt, Berlin übe eine große Magie auf Musik aus und würde Bands einen nachhaltigen Stempel verpassen. Hat Berlin Euch tatsächlich so fest im Griff? Oder führt eher Ihr das dicke B an der Leine?
 
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Lore: Berlin kann eine Grosse Magie ausüben, ja. Nicht zwingend, aber nur auf Musik oder Kunst. Das Leben dort ist besonders. Die Stadt hat uns in vieler Hinsicht inspiriert, die letzten Jahre haben uns verändert. Es ist schwer, über seine eigene Musik zu urteilen. Jede Stadt, jeder Entstehungsort hinterlässt Spuren. Unsere Musik ist elektronischer geworden, was wir aber auch schon vor Berlin wollten. Dass wir nach Berlin klingen, finde ich aber eigentlich nicht.
 
ss&ft: Hinter der Bühne und vor allem während der Show macht Ihr einen unfassbar homogenen Eindruck. Eure Shows strotzen vor musikalischer Kreativität. Wie schafft Ihr es, Eure Visionen so sehr zu fokussieren, um am Ende einer Plattenproduktion gemeinsam happy zu sein?

Wir sind eine sehr diplomatische Band, respektieren uns, reden viel. 

 
Lore: Bei vier gleichberechtigten, gemeinsam Songs schreibenden Menschen ist das keine einfache Sache, stimmt. Wir sind eine sehr diplomatische Band, respektieren uns, reden viel. Ziel dieses Albums war es, jedem von uns den musikalischen Platz einzuräumen, den er braucht. Herausgekommen sind Songs, bei denen wir tatsächlich alle glücklich waren. Über die Jahre entwickelt man ja so etwas wie einen Band-Geschmack. 
 
ss&ft: Sicher mussten viele Ideen, Klangfragmente und sogar Songs auf der Strecke bleiben, weil nicht alles auf ein Album passt… Lasst Ihr das eine oder andere dadurch auch live einfließen? 
 
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Wir hatten trotzdem so viel Lust noch mehr elektronische Musik zu machen, dass wir aus ABBY auch noch das ABBY SYSTEM gemacht haben. 

Lore: Vielleicht ja. So hab ich das noch gar nicht gesehen. Viele Songs auf unserem Album hätten durchaus noch elektronischer werden können. Wir finden sie sind so genau richtig, sagen das, was wir zur gegebenen Zeit damit sagen wollten. Wir hatten trotzdem so viel Lust noch mehr elektronische Musik zu machen, dass wir aus ABBY auch noch das ABBY SYSTEM gemacht haben. Hier spielen wir auch live, aber fast ausschliesslich Club-lastig. Technoid.
 
ss&ft: Wir haben das Gefühl, dass sich selbst über Monate und Jahre Eure Songs selbst live weiterentwickeln. Ist ABBY eine ständige Metamorphose, ohne sich selbst neu zu erfinden zu wollen?
 
Lore: Haha. Klingt gut! Naja, da wir alle sehr viel Musik auch neben der Band machen, sind neue Einflüsse bei uns ständig Teil unserer Musik. So kann es durchaus passieren, dass wir Songs mal anders spielen als gewohnt, ja.
 
ss&ft: Nun haben ja wir schon selbst unzählige Bands live erlebt. Aber noch nie hat eine Kombo so sehr die Kontrolle über unsere Tanzfüßchen gewonnen wie Ihr. Ist das Euer Prinzip? Oder feiern Euch alle Clubs und stehen Kopf, weil es die Dynamik Eurer Songs einfach so will?
 

Wir stehen einfach alle auf elektronische und tanzbare Musik. 

Lore: Wir stehen einfach alle auf elektronische und tanzbare Musik. Ich glaube, wenn eine Band live auf etwas wirklich Bock hat, fühlt sich ein Publikum immer mitgerissen. Sehr viele unserer Songs sind aber auch darauf ausgelegt.
 
ss&ft: Mit ABBY SYSTEM bietet Ihr neben Eurer großen Show ein zusätzlich vollkommen anderes Live-Konzept an. Ein wenig hast Du schon davon erzählt. Was genau steckt dahinter?
 
Lore: Wie schon erwähnt ist das ABBY SYSTEM der Ort für uns geworden, an dem wir unserem elektronischen Kopf die volle Aufmerksamkeit schenken. Bisher war es nur als Live-Set für Techno-Clubs oder ähnliche gedacht, geplant sind jetzt aber auch Veröffentlichungen unter diesem Aka.
 
ss&ft: Die Arbeit mit ABBY nimmt einen riesigen Stellenwert in Deinem Leben ein. Wir wissen, dass Du aber immer noch Zeit für andere musikalische Projekte hast.
 
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Lore: Wir alle stecken neben der Band viel Zeit in andere musikalische Projekte. Mein Ding war schon vor Gründung der Band die Zusammenarbeit mit Henne, unserem Schlagzeuger. Wir produzieren mittlerweile seit vielen Jahren zusammen andere Künstler. Haben viel elektronische Musik gemacht, aktuell beenden wir das Debut Album von Graham Candy.
 
ss&ft: Berlin ist Dein Heimathafen. Neben der Musik teilen wir mindestens eine weitere Leidenschaft, über die wir gern mit Dir hier reden möchten: Das Reisen. Du hast schon viele schöne Ecken unseres Erdballs gesehen. Was war für Dich das größte Abenteuer, und nach welcher Reise hattest Du bislang die meiste Inspiration im Gepäck?
 

Die erste eigene, lange Reise ohne konkretes Ziel war aber sicher die inspirierendste.

Lore: Ich hatte das grosse Glück, dass auch meine Eltern sehr reisebedürftig waren und mich schon im Kindesalter auf viele Reisen mitgenommen haben. Die erste eigene, lange Reise ohne konkretes Ziel war aber sicher die inspirierendste. Damals war es Vietnam für mich. Asien ist generell toll. Das Essen, das Klima. Die letzten Jahre hat es mich immer wieder dahin gezogen. Einer der abenteuerlichsten Orte bisher war aber sicher Sumatra (Indonesien).
 
ss&ft: Könntest Du Dir vorstellen, irgendwo anders auf diesem Planeten zu leben und Berlin für längere Zeit zu verlassen?
 
Lore: Ja.
 
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ss&ft: Ihr experimentiert im Studio viel mit Sounds. Können wir den einen oder anderen Einfluss Deiner Reisen oder auch die der anderen drei Abbys in einem Song besonders heraushören?
 
Lore: Oh. Schwer. Ganz sicher ist es so. Wenn aber schwer es genau herauszudeuten. Wir vier haben mit ABBY in den Jahren aber auch viele Orte gemeinsam bereist. Waren in den USA, in Island, Südkorea, viele Monate in England. An unterschiedlichen Orten der Welt Musik zu machen und Konzerte zu spielen hat sicher einen sehr grossen Einfluss auf unseren Sound ausgeübt.
 
ss&ft: Du legst für uns ja gerade eine Pause ein und unterbrichst Deine Reisevorbereitungen. Morgen geht Dein Flieger. Wohin geht’s? Und reist Du mit Koffer oder Rucksack?
 
Lore: Ich fliege nun schon seit einigen Jahren mit meinem besten Kumpel um die Welt. Immer mit Rucksack, immer nur mit Hin und Rückflug, ohne konkrete Ziele oder Unterkünfte. Dieses mal ist es Südamerika. Wir fliegen morgen für vier Wochen nach Bolivien und Peru.
 
ss&ft: Hast Du ein Instrument dabei? Oder Notenblätter? Was nimmst Du sonst noch wichtiges mit?
 

Hin und wieder Zeit ohne Musik zu finden ist mir sehr wichtig.

Lore: Nein. Nichts dergleichen. Kein Computer. Wenn mir mein Smartphone vor geraumer Zeit nicht sowieso gestohlen worden wär, hätte ich auch dieses zu Hause gelassen. Hin und wieder Zeit ohne Musik zu finden ist mir sehr wichtig.
 
ss&ft: Südamerika erweckt in vielen eine besonders tiefe Sehnsucht und löst eine besondere Faszination aus. Nicht selten muss man dort improvisieren. Auf was hoffst Du dort am meisten?
 
Lore: Ich hoffe auf Abenteuer. Ich freue mich auf solchen Reisen über die Dinge, die anders laufen als ich es erwartet hab. Südamerika ist mir bisher sehr unbekannt – ich hoffe, es ist ein Ort, der auch neue Sehnsüchte in mir weckt. 
 
ss&ft: Du nutzt neben Deiner eigenen Mediathek auch einen der Streaming-Anbieter und triffst dort auf viele vollkommen unbekannte Künstler. Wer hat Dich kürzlich am meisten aus den Socken gehauen?
 
Lore: Naja, zumindest mal mit bisher unbekannte Künstler. Ich habe mich sehr über Rivale Consoles gefreut oder Clap! Clip!. Habe mich aber auch gewundert, warum ich nicht schon viel früher Timber Timbre gehört habe.
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ss&ft: Musik ist für uns wie eine imaginäre Manufaktur für bewegte Bilder. Wir hören einen Song, schließen die Augen und schon startet das Kopfkino. Gibt es einen Song, der zuletzt bei Dir diesen Moment ausgelöst hat, in dem diese ganz persönlichen cineastische Augenblicke entstehen? 
 
Lore: Antony & The JohnsonsYou Are The Treasure, zum Beispiel. Ich liebe Songs, in denen die Zeit stehenbleibt.
 
ss&ft: Apropos: Dürfen wir zu einem Titel von Hexagon eigentlich noch mit einem Video rechnen? 
 
Lore: Mit einem weiteren? Wir wollen schon seit langem ein Video zu Halo machen, mit unserem Freund Pooya Abbasian. Ich hoffe, wir schaffen das auch.
 
 
 

Lass uns gemeinsam überlegen, was man tun muss, um die Tickets zu gewinnen. 

 
ss&ft: Am 22. Februar 2016 ist es dann mit der Band wieder soweit: ABBY geht auf Tour, die im Gebäude 9 in Köln ihren Auftakt hat. Die Show werden wir natürlich nicht verpassen. Wir starten hier gleich die Verlosung von 1x 2 Tickets für die Premiere. Lass uns gemeinsam überlegen, was man tun muss, um die Tickets zu gewinnen. 
 
Lore: Wir haben vor, unsere ersten EP Welcome Home unter der Hand, also ohne Label, auf unseren Konzerten zu verkaufen. Einer der Titel darauf war in einem der deutschen The Hunger Games-Filme im Abspann zu hören. Vielleicht fällt jemanden ein zweiter Titel dieser EP ein? Ansonsten tut es auch der vollständige Titel der EP „SINCE WE … ON“.
 
ss&ft: Lore, wir danken Dir sehr für diesen kleinen Einblick in Deinen Kosmos und ABBYs Welt. Wir wünschen Dir schon jetzt eine phantastische Reise und freuen uns riesig auf unser Wiedersehen in Köln!
 
Lore: Sehr gerne! Ich freu mich genauso auf Euch! 
 
 

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Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung von ABBY.